Warum wird die NadaBrahma-Grundtonübung mit der Silbe AUM gemacht?

Wir wissen inzwischen, dass im Menschen Harmonie oder Disharmonie vorhanden sein kann. Harmonie wird von einem gesunden Menschen ausgestrahlt, Disharmonie macht sich durch (beginnende) Krankheit bemerkbar.

Wir wissen ebenso, dass jede Zelle in unserem Körper schwingt. Auch, dass jeder Mensch von Geburt an einen individuellen Grundton hat. Um evtl. vorhandene Disharmonie in Harmonie umzuwandeln, bringen wir unsere Zellen durch „den richtigen Ton“ und „das richtige Wort“ zur Schwingung. Nur drei Buchstaben, die zu einer Silbe zusammengefügt werden, lassen den Urton, der auch als kosmischer Klang bezeichnet wird, entstehen. Aus diesem Klang ist das ganze Universum erschaffen worden und es besteht auch noch daraus. Mit den Buchstaben A – U – M können wir mit den kosmischen Energien in Verbindung treten und den Energiefluss in unseren Zellen wieder in Bewegung bringen.

Welche Bedeutung haben die einzelnen Buchstaben der Silbe AUM?

Das „A“ bewirkt eine Vibration von der Kehle bis zum Nabel und bringt uns durch seine Schwingung zu uns selbst. Der Klang von „A“ lässt uns wieder in unsere Mitte kommen, gibt Ruhe, friedliche Stille, Selbstbewusstsein und erdet uns.

Das „U“ bewirkt eine Vibration von der Kehle bis zum Herzen und bringt durch seine Schwingung am Herzen Freude in unseren Körper. Leichtigkeit, Fröhlichkeit und Freude machen sich in uns breit.

Das „M“ bewirkt eine Vibration im Kopf und am spirituellen Auge. Diese Schwingung bringt uns in einen gehobenen und erhabenen Frieden.

Zusammengefasst wirken die Buchstaben A – U – M, also die Silbe AUM auf unsere weltliche Existenz. Da der Mensch mit dem Universum  untrennbar verbunden ist, und Stille das geistige verkörpert, wird nach dem Tönen von AUM für einige Sekunden Stille gewahrt. So verbindet sich das Weltliche mit dem Geistigen zu einer Einheit.

Damit der gesamte Körper „in Schwingung“ gebracht werden kann, sind 21 AUM-Übungen – verbunden mit 21 x Stille – nötig, denn der gesamte Körper wird in 21 Teilbereiche, unterteilt in fünf Abschnitte, eingeteilt. Jeder Teilbereich wird durch die AUM-Übung harmonisiert.

Die Einteilung ist wie folgt:

Abschnitt 1: physische Tatorgane (Karmendriyas)

Teilbereich 1: Ausdruck – Sprache, Stimme, Mund und Zunge
Teilbereich 2: Zu- und Anfassen – Hände
Teilbereich 3: Fortbewegung – Beine
Teilbereich 4: Fortpflanzung und Geschlechtsorgane
Teilbereich 5: Verdaungs- und Ausscheidungsorgane

Abschnitt 2: fünf Sinnesorgane (Jnanendriyas)

Teilbereich 6: Sehsinn – Augen
Teilbereich 7: Geruchssinn – Nase
Teilbereich 8: Gehörsinn – Ohren
Teilbereich 9: Geschmacksinn – Mund, Gaumen und Zunge
 Teilbereich 10: Tastsinn – Haut

Abschnitt 3: Energie- und Vitalkräfte (Pranas)

Teilbereich 11: Lebensunergie und Vitalkraft „Prana“, die gleichmäßig im ganzen Körper
verteilt und für die Haut zuständig ist. Dieser Bereich wird mit dem „A“ stimuliert.

Teilbereich 12: Lebensenergie und Vitalkraft „Apana“ wirkt nach unten, reguliert die
Ausscheidung und ist für das Blut zuständig. Dieser Bereich wird mit dem „U“ und vom physischen Herz stimuliert.

Teilbereich 13: Lebensenergie und Vitalkraft „Samana“ wirkt separierend, kontrollierend, ist
für die Verdauung der aufgenommenen Nahrung zuständig, ebenso für die chemischen Prozesse im Körper. Unser Fleisch wird von dieser Energie beeinflusst, durch den Buchstaben „U“ stimuliert und von unserer Herzgegend aus reguliert.

Teilbereich 14: Lebensenergie und Vitalkraft „Vyana“ wirkt im ganzen Körper, reguliert den
Blutkreislauf und ist für das Körperfett zuständig. Diese Energie wird mit dem Buchstaben „M“ stimuliert und von der Gegend unseres dritten Auges (Stirnmitte) gesteuert.

Teilbereich 15: Lebensenergie und Vitalkraft „Udana“ wirkt aufsteigend und ist für die
Ausscheidung durch den Mund (Atem + Erbrechen) zuständig. Sie reguliert unseren Knochenbau, wird mit dem Buchstaben „M“ stimuliert und von jenem Bereich, wo unser drittes Auge sitzt, gesteuert.

Abschnitt 4: fünf Körperhüllen (Koshas)

Teilbereich 16: „Annamaya“ – reguliert den materiellen Körper, der sich aus der
aufgenommenen Nahrung bildet.

Teilbereich 17: „Pranamaya“ – reguliert den Energie- und Vitalkörper.

Teilbereich 18: „Manomaya“ – reguliert Mind, Emotion, Gedanken, Wünsche, Widerstände…

Teilbereich 19: „Vijnanamaya“ – reguliert den Intellekt und die Unterscheidungskraft.

Teilbereich 20: „Anandamaya“ – reguliert die Hülle der Glückseligkeit.

Abschnitt 5: gilt dem gesamten Individuum

Teilbereich 21: „in“ bedeutet „nicht“. „Dividuum“ kommt von „dividieren – teilen“. Der
Teilbereich heißt auch „Manas“ – das Individuum, also „ungeteilt“ oder „ungetrennt“. Hier wird die Einheit, das All(es)-sein, die Verbindung des Menschen mit dem Unisversum ausgedrückt.

Ulrike Reuß, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!    www.ulrike-reuss.de

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