RAGAS und ihre Wirkung - Johanna Klinglmüller

Raga bedeutet wörtlich übersetzt "Gefühl, Zuneigung, Emotion"; die Inder hatten seit langem erkannt, dass gewisse Klänge oder Tonfolgen gewisse Emotionen beinhalten, und diese auch in uns auslösen können.

Somit hatte auch Vemu Mukunda diesen Wissensfundus seinem „Nada Brahma System“ eingegliedert und praktisch übernommen.

Die Raga stellt eine seit vielen Jahrhunderten eine übermittelte melodische Grundstruktur der klassischen indischen Musik dar. Es handelt sich dabei um eine "Klangpersönlichkeit", die zu einer feststehenden Tonskala zugeordnet ist, ähnlich wie die westlichen Tonarten. Eine Raga schreibt vor, welche Töne zu einem Musikstück passen. Diese enthält zwei Haupttöne (Grundtöne), auf denen die Melodiefiguren beginnen und enden, und die den Ausdrucksgehalt bestimmen. Es gibt über 72 überlieferte indische Ragas, die sich nicht nur ihrer vielfältigen Skalenstruktur unterscheiden sondern auch bestimmte Charakteren und Emotionen zugeordnet sind. Im westlichen Musiksystem kennen wir nur zwei, nämlich Dur und Moll (ausgenommen der Kirchentonarten).

Die indische Musik ist modal, das heißt das ganze musikalische Geschehen kreist um einen Ton, den Grundton. Dieser Grundton und meist auch seine Quinte werden immer wieder aufs Neue von den Begleitinstrumenten wiederholt, um dadurch auf den bestimmten Klangcharakter, den Modus, einzustimmen.

Ein weiterer Unterschied zur europäischen Musik ist, dass es keine vorgeschriebene Höhe des zu spielenden Grundtons gibt. Der indische Musiker, speziell der Sitarspieler, stimmt sein Instrument auf seinen eigenen inneren Grundton ein. Indische Musik ist auch meistens solistische Musik, denn der Musiker spricht durch sein Instrument, er versucht, den bestimmten Gefühlsgehalt zu entwickeln und vermittelt ihn dann dem Zuhörer.[1]

Johanna Klinglmüller
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